Erneuerbare Energie wird gefördert

STOPP!

Erneuerbare Energie WURDE gefördert!

Aus welchen Gründen auch immer – ich will jetzt nicht an Griechenland denken – wurden zum 03. April 2010 mit sofortiger Wirkung die Fördergelder für Solaranlagen, Pelletheizungen und Wärmepumpen gestoppt.

Mehr dazu in der Pressemitteilung vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Wieso wurden diese doch positiven Förderungen gesperrt? Wird nicht in der Politik immer von Umweltschutz und dem Ausbau regenerativer Energie-Quellen gesprochen? Das passt doch nicht zusammen…

Es gibt viele Leute, die aus finanziellen Gründen eine Gasheizung einbauen – die Anschaffung ist relativ günstig und der Platzbedarf gering. Sicher, langfristig wird sich das auch nicht rechnen, wenn man sich den Gaspreis und die Entwicklung des Preises ansieht – aber wird in der Bauphase oft so langfristig (20+ Jahre) gedacht? Viele werden das nicht machen und sich denken: in 20 Jahren ist die Heizung sowieso hinüber und man braucht eine neue.

Sollte mit einem Förderprogramm wie dem o.g. nicht verstärkt der Kauf von Pelletheizungen und Wärmepumpen “gepusht” werden? Und jetzt kam diese Entscheidung und die Fördergelder sind erstmal (auf unabsehbare Zeit?) gestoppt – und das auch noch in meinen Augen “still und heimlich”, wer schaut schon täglich bei den Websites von BAFA und BMU vorbei? Wieso wird das nicht auch zeitgleich öffentlich in den Medien bekannt gegeben? Angst vor negativer Stimmung in der Öffentlichkeit (Milliarden für andere Länder – nichts für die Förderung regenerativer Energie)?

Unser Bescheid für die Pelletheizung kam letzte Woche und die Auszahlung wurde bewilligt – eine der letzten (?). Aber ich habe heute in der Arbeit mit zwei Bauherren gesprochen, die gerade in der Rohbau-Phase sind, sie waren nicht gerade glücklich über diesen Förderstopp.

Was wird als nächstes kommen – das Stoppen der zinsgünstigen Darlehen der KfW-Bank für energie-effizientes Bauen? Dann wird auch nicht mehr energie-effizient gebaut werden, die Leute denken sich: dann verzichte ich auf hochwertige Materialien und baue trotzdem “billig”.
Dann sollten wir uns aber auch keine weiteren Gedanken zu Klima-Problematik mehr machen…

In diesem Sinne – frohes (und hoffentlich trotzdem energiesparendes) Bauen ;) .

2 Kommentare

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  1. Abenteurer

    Die Zinsen für die KFW-Darlehen für Energieeffizientes Sanieren (Programm 151) sind am Wochenende um 0,5% gestiegen. In einer Nacht und Nebenaktion, ohne Vorankündigung. Auch die Banken wussten nichts. Bei einer geförderten Investitionssumme von 150.000 Euro (für 2 Wohneinheiten) können da 30.000 Mehraufwand an Zinsen entstehen.

    Wir haben unseren Antrag erst gestern gestellt (nach Erhöhung), hatten aber das Glück, dass die Konditionen seit letzter Woche proforma reserviert waren.

  2. Dr. P. Matsch

    Hi Andi,

    Glückwunsch, einige unserer Bauherren waren da glückloser, ein Bauvorhaben stand bei Gerüststellung noch auf der Kippe.
    Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass die Fördergelder wieder rückwirkend bereitgestellt werden, das hatten wir schon mal. Grundsätzlich ist das natürlich sehr unbefriedigend und auch kontraproduktiv zu den Klimaschutzverpflichtungen und -zielen.

    Zu den KfW Zinsen: Ganz so dick wie Abenteurer schreibt kommt es dann doch nicht. Die Zinsbindung läuft sowieso nur zehn Jahre, was danach kommt, weiß man nicht.
    Für folgende Rahmenbedingungen:
    Kreditprogramm: Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus 85 (151)
    Gewünschter Kreditbetrag: 150.000 Euro
    Ausgezahlter Betrag (- Disagio): 150.000 Euro
    Laufzeit: 30 Jahre
    Tilgungsfreie Anlaufjahre: 1 Jahr
    Zinsbindung: 10 Jahre
    Nominalzins p.a.: 1,40 %
    entsteht eine Annuität von ca. 446€ und eine Restschuld von ca. 93.300€ nach zehn Jahren,
    bei
    Nominalzins p.a.: 1,90 %
    entsteht eine Annuität von ca. 476€ und eine Restschuld von ca. 95.100€ nach zehn Jahren
    sagt der KfW Tilgungsrechner

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